Beim Auszug aus der Stiftskirche in Tübingen

Vier Generationen waren Zeugen

unserer Trauung

Am 14. Juli 1951 wurden Elisabeth Schmidt und ich getraut

Lisels Großmuter Christine Fuchs und mein Großvater Gustav Hehr

 

Als ich im Januar 1951 meinen kirchlichen Dienst in Pforzheim antrat, da fand ich eine fast völlig zerstörte Stadt vor. Die Bombennacht vom Februar 1945 war noch genauso in frischer Erinnerung wie die Schrecken des Krieges, welche die heimgekehrten Soldaten erlebt hatten. Da galt es Mut für einen neuen Anfang zu machen, nicht nur wirtschaftlich und städtebaulich. Da half mir das Leitwort, das ich zuvor bei meiner Ordination in der Stadtkirche Sulzburg erhalten hatte. Es hieß darin, Gott lasse das Licht aus der Finsternis hervortreten und habe einen hellen Schein in unser Herz gegeben. Das alte Lichtsymbol habe ich so verstanden, daß es nun darauf ankomme, aus dem Gefängnis einer finsteren  Vergangenheit in ein offenes Land herauszugehen und wieder die Freude am Leben zu entdecken. 

Der Schwerpunkt meiner Arbeit in Pforzheim der Religionsunterricht an verschiedenen Schulen und die Leitung von Jugendkreisen. Wir haben Gottesdienste mit neuen Liedern und neuer Musik gefeiert, aber 1952 auch große Radtouren bis zu den Gletschern in der Schweiz gemacht.

Im August 1952 machten wir unsere erste große Auslandstour mit dem Fahrrad. Wir waren 20 junge Leute und erklommen drei Schweizer Alpenpässe: 

Oberalb, 
Furka und 
Grimsel

Rast am Rhonegletscher 

Nach der Rückkehr hieß es Kofferpacken für den Umzug nach Ettlingen, wo wir von 1952 bis 1965 wohnten. In Pforzheim waren wir nämlich zur Familie geworden: zu Ostern 1952 kam unser erster Sohn Christoph in Pforzheim auf die Welt.

In Ettlingen wechselte ich vom Pfarrdienst in den Schuldienst als Religionslehrer am Gymnasium. Während der Ferien ging ich mit Jugendgruppen auf Fahrten, bis wir dann im August 1955 in Gries im Ötztal - 1700 m ü.d.M. - seßhaft wurden. Wir konnten nämlich ein altes Bauernhaus (auf dem Bild hinten rechts am Waldrand) und bis 1958 zu einem Jugend- ferienheim zusammen mit unseren Pforzheimer Freunden ausbauen. Wir nannten es "Tiroler Hütte". 
Im Hintergrund grüßt die Mutterberger Seespitze mit ihren steilen Gletschern, links überragt vom 3 500 hohen Schrankogel.

  

Die Tiroler Hütte

Wir verbrachten fast alle Schulferien mit Buben und Mädchen, mit Eltern und Kindern in der Tiroler Hütte. Im Sommer wurde gewandert und geklettert, im Winter gab es Skikurse und Skirennen. Damit der Geist nicht zu kurz kam, feierten wir Hüttengottesdienste und hatten viele Gespräche über Themen aus dem Alltag und aus der Bibel. Berühmt waren unsere Hüttenfeste zum Jahreswechsel, bei denen eine kleine Schülerband für Stimmung sorgte.
Für unsere Familie war in Ettlingen eine gute Zeit: unsere Töchter Katharina und Eva, und unser Sohn Claudius kamen zu uns. Meine Frau Lisel war Mutter zu Hause und Hüttenmutter in Gries. Aber sie engagierte sich auch im öffentlichen Leben: Sie war Stadträtin geworden und arbeitete im Elternbeirat der Ettlinger Schulen mit.

Meine Kinder hatten ihre Freundinnen und Freunde, und ich arbeitete gern mit meinen Schülern im Gymnasium. Außerhalb der Schule trafen wir uns in einem Jugendclub zu interessanten Diskussionen, und in einem Singkreis übten wir kleine Kantaten ein, die wir dann mit Orchesterbegleitung aufführten.

1965 kam aber der große Einschnitt: ich wurde nach Freiburg ans Kepler-Gymnasium versetzt.

 

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