Herzlich Willkommen auf der Homepage 
von Klaus Dessecker und Constance Tillyard-Dessecker



 
 
 

Meine Frau Constance und ich haben uns entschlossen, über eine Homepage viele Grüsse an alle zu versenden, die uns im Internet besuchen. Da wir beide die letzten 75 Jahre des vergangenen 20. Jahrhunderts kennengelernt und durchlebt haben, dachten wir, es sei vielleicht sinnvoll, etwas von dem  zu erzählen, was uns dabei wichtig und hilfreich geworden ist. 


 
 

Am  2. Dezember 1925 wurde ich Klaus Walter Gottlieb Deßecker  im Sulzburger Pfarrhaus geboren und in der evangelischen Stadtkirche am 17. Januar 1926 getauft. Ich besuchte die Volksschule in Sulzburg von 1932 bis 1937 und anschließend als Fahrschüler von Sulzburg aus das Berthold-Gymnasium in Freiburg. Am 17. März 1940 wurde ich in der Stadtkirche mit meinen Sulzburger Schulkameraden konfirmiert. Nach Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft von 1943 bis 1945 studierte ich vom Wintersemester 1945/46 bis zum Wintersemester 1950/51 Theologie und Kirchenmusik in Tübingen und Heidelberg. Am 21. Januar 1951 wurde ich in der Stadtkirche von Sulzburg zum Dienst eines Geistlichen der evangelischen Kirche ordiniert. Aus dem aktiven Dienst wurde ich im Rahmen eines Gottesdienstes in St. Cyriak am 31. Januar 1988 verabschiedet.
 
 

Evangelische Stadtkirche in Sulzburg


 
 
 
 
 
 

Aus diesem kurzen Überblick über einige Stationen meines Lebensweges wird deutlich, wie wichtig für mich die Verwurzelung in meiner Heimatstadt Sulzburg geworden ist. Damit man weiß, wo von ich rede, zeige ich zwei Bilder mit dem Blick ins Sulzbachtal und die Schwarzwaldberge, wie es jetzt aussieht, und wie es in einem Stich von Merian im 17. Jahrhundert dargestellt ist.






Während meiner Schulzeit von 1932 bis 1943 wuchs ich seit 1933 unter einem sich widerstreitenden geistigen Einfluß auf: da war mein vom christlichen Glauben geprägtes Elternhaus , und dagegen stand  die überall in der Gesellschaft wirkende national-
sozialistische Ideologie. Mein Vater gab mir deshalb bei der Konfirmation ein Bibelwort auf den Weg, an dem ich mich bei dieser Auseinandersetzung  festhalten konnte: Ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht; denn es ist eine Kraft Gottes. 

Nach dem Zusammenbruch des NS-Regimes 1945 gab mir dieses Wort die Richtung für einen neuen Anfang: Ich studierte evangelische Theologie und wollte Pfarrer werden.

Das Berthold-Gymnasium Freiburg stellte mir am 29. Februar 1944 mein Abiturszeugnis aus. Wie das Bild zeigt, war ich damals garnicht mehr Schüler, sondern Soldat bei der deutschen Luftwaffe, zu deren Luftnachrichtentruppe ich im Juni 1943 eingezogen worden war.

Am 9. November 1945 wurde ich in Heilbronn aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft entlassen und begann schon im Wintersemester 1945/46 mit dem Studium der Theologie in Tübingen. Zum Wintersemester 1948/49 wechselte ich zur Universität Heidelberg und legte im Wintersemster 1949/50 mein 1. Examen ab. Am Ende meines Studiums erlebte ich als Höhepunkt den Besuch von Karl Barth im Evangelischen Jugendheim Geroldseck am 6. Oktober 1950





Karl Barth, Klaus Deßecker, Gerhardt Langguth. Im Hintergrund: Ernst Friedrich Mono

Im Oktober 1950 fand im Evangelischen Jugendheim Geroldseck, das der Evangelischen Kirchengemeinde Lahr gehört, ein Treffen der Fachschaft badischer Theologiestudenten statt. Für dieses Semester war cand. theol. Klaus Deßecker zum Vorsitzenden gewählt worden.

Die theologische Situation war damals von Auseinandersetzungen um den Bekenntnisstand der badischen Landeskirche geprägt. Pfarrer Hans-Georg Ulrichs, Karlsruhe, schreibt darüber in den Badischen Pfarrvereinsblättern 10/2002: In den Jahren nach 1945 war es den Lutheranern in Deutschland gelungen, den Eindruck zu erwecken, "evangelisch" sei "evangelisch-lutherisch", während "reformiert" bestenfalls eine Sonderform sei. Mehrere reformierte Gemeinden wurden um 1950 durch Kirchenleitungen und willkürliche Pfarrer lutheranisiert, auch Baden erhielt gegen die eigene Tradition eine stark lutherische Heidelberger Fakultät und einen lutherischen Landesbischof. Der verdienstvolle Freiburger Kirchenrechtler Prof. Dr. Erik Wolf verwahrte sich dagegen, ein reformierter Konfessionalist zu sein, sondern trat aus Protest gegen einen auch in Baden um sich greifenden lutherischen Konfessionalismus von seinen kirchlichen Ämtern zurück. Wolf trat entschieden für die Union ein, die er nicht durch konfessionelle Bünde, sondern durch die mit Händen zu greifende Lutheranisierung bedroht sah.

Als die Kirchenleitung von der Theologischen Fakultät in Heidelberg ein Gutachten über den Bekenntnisstand der badischen Landeskirche erbeten hatte, beantragten die Theologiestudenten, ein reformiertes Gutachten in Basel einzuholen. Nachdem der Antrag abgelehnt worden war, wurde
Prof. Karl Barth gebeten, bei der nächsten Tagung der Theologiestudenten darüber zu sprechen. Gerhardt Langguth, der in Basel studierte, vermittelte die Einladung, und Karl Barth kam zur Geroldseck.

Karl Barth sagte uns, wir könnten mit stolz geschwellter badischer Brust vom Berg wieder ins Tal gehen, denn wir hätten in unserer Grundordnung der Landeskirche die vorzüglichen Büchlein der Reformation genannt: das Augsburger Bekenntnis als das gemeinsame Bekenntnis der Kirchen der Reformation sowie den Kleinen Katechismus Luthers und den Heidelberger Katechismus.

Karl Barth schrieb am 12.Oktober 1950 an Prof. Wilhelm Niesel über diesen Besuch (unveröffentlicht):
"Unterdessen habe ich zum 1. Mal seit 3 Jahren wieder einen kl. Sprung über die Grenze gewagt u.zw. zu den Bad. Theologiestudenten, mit denen ich (in störender Anwesenheit von etlichen Bonzen) ausgerechnet über das 'Bekenntnis' zu reden hatte. Die Studenten gefie-len mir gut, aber was da in Baden von den Lutheranern (neuerdings unter Ausbreitung eines offiziellen Unionsdampfes) gespielt wird, um so weniger."